Mittwoch, 27. Mai 2026
Pfingsten
Da meine Leukozyten letzte Woche ziemlich im Keller waren (hing möglicherweise mit nem fiesen Infekt zusammen, den ich mir eingefangen hab), hab ich 5 Tage gespritzt und die Produktion wieder angekurbelt.

Am Tag nach der Chemo hatte ich meinen Perückentermin (da ich vor 20 Jahren meine Perücke eigentlich nie getragen habe, wollte ich dieses Mal eine, die man auch im Karneval tragen kann oder auch zu anderen Events, zu denen frau sich lange Haare wünscht) und meine 3 Männer und ich hatten ein vergnügliches Stündchen mit ca 15 verschiedenen Frisuren. Am Ende schwankten wir zwischen 2 Modellen (letztendlich zwischen vernünftig ohne und unvernünftig mit Zuzahlung) und nach Rücksprache mit meiner Familie und (Mudder-) Wahlfamilie wurde der Vernunftaspekt ausgehebelt und die Zuzahlung von meinen Freunden übernommen. Sodass jetzt Modell "Kylie" künftig mein Haupt zieren wird- so lange Haare hatte ich -wenn überhaupt jemals- mit 18.



Gegen die Muskel-und Gelenkschmerzen hab ich am Donnerstag direkt morgens prophylaktisch Ibuprofen eingeworfen und keine Probleme gehabt.
Da Luk und ich erkältungstechnisch beide angeschlagen waren, haben wir allerdings dennoch konsequent das Bett gehütet, um unser Wochenende nicht zu gefährden.

Am Freitagmittag sind wir nach Toms Schulschluss gen Norden gebrettert und haben es wie im letzten Jahr gerade so an den Anleger geschafft, dass die Kinder mit ihrem Handgepäck kurz vorm Ablegen noch auf die Hauptfähre hechten konnten, während wir dann in Ruhe geparkt haben und zwei Std später übergesetzt sind (Gottseidank war die Tide uns dieses Jahr hold, sodass es noch ne späte Fähre gab).

Der Pfingsttörn war megatoll- ein kompletter Alltags-Reset bei sensationellem Kaiserwetter.



So konnte ich dann gestern früh um 7.30 Uhr direkt frisch erholt in Chemo Nr 4 starten, die dann - abgesehen vom bisherigen Warterekord von 3 Std von Ankunft bis angestöpselt- werden- ganz ereignislos verlief. 4/16✔️

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Mittwoch, 20. Mai 2026
3. Chemo
Die Woche war eher durchwachsen.
Freitag hatte ich ja schon von den Nebenwirkungen geschrieben, die sich im Laufe des Tages noch steigerten, sodass ich dann gegen Abend mein rechtes Bein gar nicht mehr vors andere setzen konnte, ohne es am Hosenbein zu ziehen. Da hab ich dann zum Schlafengehen ein Schmerzmittel genommen und Samstag war eigentlich alles weitgehend weg bis auf leichten Muskelkater. Abends waren wir auf ner Dinnerparty eingeladen (Danke an Andrea und Christian) und hatten einen richtig schönen Abend mit tollem Essen und vielen netten Menschen. Hab aber dann doch irgendwann gemerkt, dass ich erschöpft bin und so waren wir gegen Mitternacht daheim.

Sonntagmorgen wollte ich laufen gehen, aber da waren dann plötzlich doch wieder Gelenkschmerzen da, sodass ich nur gaaanz kleine Schrittchen machen könnte und ich das Omajogging in ganz neue Sphären gehoben hatte mit einem km-Schnitt von über 9min/km🫢🫣.
Den Rest des Sonntags und Montags hab ich mich dann noch mit nem verspannten Nacken herumgeschlagen und bin nur so semifit heute zur Chemo aufgebrochen.
Da ließ es sich erst ganz gut an, die Wartezeit zur Anmeldung war relativ kurz, Blutabnahme und Arztgespräch auch,, aber dann zog es sich, bis ich einen freien Stuhl bekam. Meine Leukozyten waren leider ziemlich im Keller, aber heutzutage bekommt man einfach ein paar Spritzen to go, um die Produktion anzukurbeln und fertig. Es lebe die Pharmazie!
Dann hat mein Gehuddel mit dem Doppeltermin letzte Woche irgendwie das System ausgehebelt und man mir heute wieder die Immuntherapie dran gehängt, obwohl die erst nächste Woche dran gewesen wäre (was nicht hätte passieren dürfen, aber auch kein Drama ist- so machen wir jetzt 4 Wochen Pause und dann bin ich wieder im geplanten Rhythmus), sodass ich heute dann auch insgesamt wieder 5½ Std am Tropf hing.




Aktueller Stand: so fit, dass ich mit ner Rohrzange unterm Waschbecken herumkriechen konnte, um ne neue Mischbatterie anzuschließen und ein paar Runden mit Luk würfeln konnte; die Nackenverspannung hatte dem heutigen Drogencocktail nichts entgegenzusetzen und meine aufziehende Erkältung wird hoffentlich im Lauf der nächsten Tage durch die gerade in Gang gesetzte Leukozytenproduktion auch gleich wieder im Keim erstickt, sodass ich dem morgigen Tag positiv entgegen sehe -da ist auch wieder pille-palle-Studiensport. Mal sehen, wie pille-palle ich das morgen noch finde (Stichwort Omajogging🤣)

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Freitag, 15. Mai 2026
2. Chemo, 2. Versuch
Nachdem das am Dienstag ja nun nicht geklappt hatte, wurde dann Mittwoch der neue Versuch gestartet und das hat dann auch ganz prima funktioniert. Noch ein Vorteil der neuen Darreichungsform ist, dass der Beutel deutlich kleiner ist und mir ordentlich Zeit einspart.
Durch den kleinen Schreck, den ich da auf der Station Dienstag ausgelöst hab kennen jetzt 2 Ärzte und ein paar von den Pflegekräften meinen Namen- das kann ja immer mal ganz hilfreich sein.

Heute, am übernächsten Tag nach der Chemo habe ich auch wieder ein paar Nebenwirkungen zu vermelden- neben einer latenten Übelkeit und wie beim letzten Mal Unterbauch- und -rückenschmerzen kommen heute noch Gelenkschmerzen in der Hüfte dazu, sodass ich herumhumpele wie ne alte Frau. Aber das lässt sich aushalten und letzte Woche war am nächsten Tag ja auch alles wieder weg....

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